17. Jazznacht

Malted Milk and Toni Green

Toni Green ist eine Soul-Diva aus Memphis, Malted Milk eine geniale französische Funk-Formation, und zusammen wird daraus Green Milk. Diese Superband nimmt den Zuhörer mit auf die Achterbahn der Soulmusik. Der Funk der Franzosen schmiegt sich genüsslich und kreativ um die Stimme der amerikanischen Diva und sorgt für einen Groove, bei dem jeder Musiker über seine Grenzen hinausgeht. Aus ihren musikalischen Eskapaden entstand 2014 das Album Milk & Green mit purer Great Black Music, die auf der Bühne erst richtig ihr volles Potenzial entfaltet. Ready for the ride?


Klaus Paier und Asja Valcic 

Wie so oft hat es gedauert, bis zusammenfand,was man sich heute kaum mehr ohne einander vorstellen kann: Es begann vor zwölf Jahren, als der österreichische Akkordeonist Klaus Paier ein Streichquartett für eines seiner Projekte zusammenstellte. Daraus wurde dann das radio.string.quartet.vienna, das wiederum nach seinem Sensationsdebüt mit „Celebrating the Mahavishnu Orchestra“ beim nächsten Album „Radiotree“ mit Klaus Paier gemeinsame Sache machte. Spätestens da fiel Paier auf, wie gut das Cello von Asja Valcic mit seinem Akkordeon harmonierte. Und so war die Allianz endlich geschmiedet: „A Deux“ kombinierte „atemberaubend herb-süße Akkordeonklänge und ein Cello, das wie ein Kontrabass marschieren kann“ zu „Eurojazz vom Besten“, wie der SPIEGEL schrieb. Publikum und Kritik waren begeistert, Auszeichnungen zum Beispiel als „CD des Monats“ in Audio und Fono Forum folgten.

Impressionen der 17. Jazznacht

Weitere Fotos unter www.eventbild24.de

Halberstädter Volksstimme vom 26. April 2016

Jazz-Party auf der Bühne

Die 17. Halberstädter Jazznacht bot Soul, Blues und Funk-Party mit Toni Green und „Malted Milk“ aus Frankreich. Und kammermusikalischen Jazz mit Asja Valcic und Klaus Paier aus Österreich. 

 

Von Friedmar Quast

Es muss nicht immer purer Jazz drin sein, wo Jazz drauf steht. Das müssen sich wohl die Macher der 17. Halberstädter Jazznacht gedacht haben. Und in der Tat, der Jazz hat viele Wurzeln und Einflüsse. Genau die letzteren waren am Sonnabendabend im Halberstädter Theater auf der Bühne zu erleben. 

Kam die Jazznacht in den vergangenen beiden Jahren mit hochkarätigem puristischem Jazz daher, konnten sich die Zuhörer im vollbesetzten Theater im ersten Teil der jüngsten Jazznacht über Klaus Paier und Asja Valcic freuen, die Kammermusikalisches zwischen Klassik, Jazz und Blues boten. Asja Valcic, eine hervorragende Cellistin, die mit einer großen Intensität ihr Cello bearbeitete, ob gestrichen, gezupft oder auch mal perkussiv. Ein wahrer Hörgenuss. An ihrer Seite Klaus Paier am Akkordeon und Bandoneon. Dieses Duo hatte keine Mühe das Theater mit Musikalität und Intensität auszufüllen. Wenn man die wohl seltene Besetzung Cello und Akkordeon sah, wurde man überrascht, wie viel Groove gerade in Asja Valcic‘s Spiel steckte und über die Klaus Paier seine Melodien mit einer unglaublichen Leichtigkeit schweben ließ, um gleich wieder seiner Partnerin die melodiöse Führung zu überlassen. Ein inniger Dialog der beiden Musiker und die Erkenntnis, dass kammermusikalischer Jazz durchaus auf großen Bühnen Raum greifen kann. 

Dem Bandoneon, eine deutsche Erfindung, die über Buneos Aires die Tango-Szene eroberte, wurde ebenso musikalisch Tribut gezollt. Ein grandioser Auftakt der Jazznacht, die wie eh und je den Anspruch hat, großartige internationale Künstler auf die Bühne zu bringen. 

Musik, die süchtig macht Im zweiten Teil feierte die aus Memphis stammende Toni Green mit ihren französischen Kollegen eine Soul- und Funkparty, die das Nordharzer Städtebundtheater zum Kochen brachte. Eine Party, wie sie die Halberstädter und ihre Gäste wohl lange nicht erlebt haben. Toni Green ist eine Soul-Diva, die mit dem Frontmann von „Malted Milk“, dem Gitarristen und Sänger Arnaud Fradin, ein wahres Feuerwerk abbrannte. Die Besetzung der Band mit Bläsern, zusätzlichen Rhythmusgitarristen und Orgel bereiteten einen musikalisch handwerklich so gut gemachten Sound, dass Toni Green sich total wohl fühlte und ihren Auftritt vom ersten Titel an nutzte, um ihr Publikum anzuheizen und in ihre Show mit einzubeziehen. Da blieb kein Fuß still, keine Hand ruhig. Nur die plüschigen Theatersessel passten wohl gar nicht zu der Musik, aber das war schnell vergessen. 

Eingefangen in Soul, Blues und Funk entschwebte man in die beste Party des Jahres. Hier wurde die Musik zur Droge und machte süchtig nach immer mehr dieses antörnenden Sounds. Und den bekamen die Zuhörer dann auch, ob es der intensive Blues war und Arnaud Fradin an der Gitarre in seinem Spiel dem Altmeister B.B. King Tribut zollte oder in den funkigen Stücken, Teile des alten Jazzrocks zu Tage traten. Die Jazznacht, die am Abend begann, hätte nie enden mögen und bis zum nächsten Morgen weitergehen können. Aber dass dieses Hochgefühl nicht ewig währen konnte, war klar. 

Toni Green, die immer wieder den Kontakt mit dem Publikum von der Bühne aus suchte, holte beim letzten Titel aus dem Publikum ein Teil ihrer Fans des Abends auf die Bühne, die gemeinsam mit ihr bis zum letzten Ton des letzten Titels abtanzten. Eine großartige Soul-Sängerin mit einer großartigen Band, die an diesem Abend groß gefeiert wurde. 

Danke an das Musik-Forum Halberstadt, das diesen wunderbaren Abend ermöglichte. Am 22. April 2017 steigt die nächste Jazz-Party im Halberstädter Theater.