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Feier der Gegensätze

Die 22. Halberstädter Jazznacht entpuppt sich als gelungene Ostermischung

Es ist Corona zu „verdanken“, dass die Zahl der Jazznächte jetzt mit der Jahreszahl übereinstimmt. Denn aufgrund der Corona-Beschränkungen gab es eine Zwangspause bei diesem besonderen Musikformat. Und nicht nur das.

 

Von Sabine Scholz / Halberstädter Volksstimme vom 21. April

Der Termin dieser 22. Auflage der Halberstädter Jazznacht fiel aufgrund der mehrfachen Verschiebungen nun ausgerechnet auf den Karsamstag. Was die Akteure des Musikforums Halberstadt auf die Bühne brachten, entpuppte sich dann fast passend als ein spannender und durchaus überraschender Abend.

„Ich bin der Gegensatz“, sagte Arnold Kasar, der das erste Konzert der Jazznacht bestritt, und griff damit die Ankündigung von Klaus Huch auf. Der Vorsitzende desMusikforums Halberstadt hatte das Kurz vor der Jahrtausendwende gestartet, bietet die

Halberstädter Jazznacht seit Jahren unterschiedlichste Facetten des Jazz. Daran hat sich auch bei der jüngsten Auflage nichts geändert. Publikum begrüßt, froh, endlich wieder ohne coronabedingte Einschränkungen agieren zu können. Doch die Beschränkungen waren relativ spät gefallen, sicherlich ein Grund – neben den Osterferien – dafür, dass der Saal nicht ganz ausverkauft war.

Doch die, die da waren, erlebten zunächst einen Solokünstler, der sowohl mit seinem Klavierspiel als auch mit seinem experimentellen Elektrosound begeisterte. Begleitet von einer passenden, aber nicht aufdringlichen Lichtshow ließ der in Berlin lebende Künstler dem Zuhörer Raum für Gedankenreisen, ganz eigenen Assoziationen.

Arnold Kasar ist viel unterwegs, saugt Anregungen auf und verarbeitet sie in Klangcollagen. Woher seine Inspiration

stammt, verraten manchmal die Titel seiner Stücke – so wie „1000 Dohlen“ oder „Stuecki“, ein heimatlicher Klub.

Stark sind alle seine nur scheinbar zufällig wirkenden Arrangements, wie in „A Million Miles from Silence“ wechselt er gekonnt zwischen drangvollen Passagen und schwebenden Tönen. Mancher Zuhörer fühlte sich stark an die Klangwelt eines Jean-Michel

Jarre erinnert. Doch Arnold Kasar ist eben doch anders. So begeisterte er jenseits aller Elektronik mit seinem eindrücklichen Klavierspiel. Aber auch das im Vergleich zu dem, was dann folgte, eher leise und fast meditativ.

Denn warum er „der Gegensatz“ war, erschloss sich schon bei den ersten Tönen der Jazzrausch Bigband. 15 der bis zu 34 Bandmitglieder waren von München nachHalberstadt gereist und ließen sofort erkennen, warumsie sich eine Techno-

Bigband nennen. Treibende Beats begleiteten den gesamten zweiten Teil dieser Jazznacht.

Wobei die jungen Musiker mit der Technobasis nicht etwa fehlende Musikalität oder mangelnde Beherrschung ihrer Instrumente überdecken müssen, denn dass sie wirklich können, was sie tun, bewiesen zahlreiche Soloeinlagen. Und dass sie bei aller Fröhlichkeit sehr wache und aufmerksame Zeitgenossen sind, belegten die durchaus philosophisch angehauchten

Stücke.

Wann vertont schon ein Jazz-Fan Goethes „Faust“ oder Texte von Hugo Ball? Auch Beethoven macht sich die spiel- und experimentierfreudige Truppe mal so eben zu eigen, wie ihre Version des Streicher-Quartetts Nr. 14 zeigte. Die unbändige Lust am Musizieren und die treibenden Beats ließen zunächst nur vereinzelt Zuhörer der Aufforderung von Bandleader Roman

Sladek Folge leisten, doch einfach mitzutanzen. Am Ende standen fast alle der Zuhörer und tanzten begeistert zurMusik.

Wie immer bei den unterschiedlichen Ausprägungen des Jazz, gab es auch einige wenige Zuhörer, denen diese Mischung nicht ganz gefiel. Die Mehrheit aber feierte diese Jazznacht der Gegensätze mit großer Freude.


Die Jazznächte

2022

Kasar

Jazzrausch Bigband

 

2020

Rymden

Nils Wülker & Band

 

2019

Vincent Peirani Quintet

Jacob Karlzon

 

2018

Olivia Trummer Trio

Eivind Aarset

 

2017

Jakob Bro Trio

Pimpy Panda

 

2016

Malted Milk and Toni Green

Klaus Paier und Asja Valcic

 

2015

Nils Petter Molvaer

Indra

2014

Silje Nergaard

Snarky Puppy 

 

2013

Marcin Wasilewski Trio

Nguyen Le "Songs of Freedom"

 

2012

Renaud Garcia-Fons  

NoJazz

 

2011

Randi Tytingvag

„Beady Belle“ + Beate S. Lech

Pure Desmond

 

2010

John Abercrombie Organ Trio

Bill Evans Soulgrass Renegades

Plaid Shirts 

2009

Al-Yasha Anderson Triplex

Jeff Cascaro Band

Duo Famos

 

2008

Uli Lenz Trio

Jasmin Tabatabai Band

 

2007

Jocelyn B. Smith + Band

Nighthawks

 

2006

Corinna May + Trio

Kara Johnstad Quartett

 

2005

Wolfgang Dauner

Freddy Cole Quartett 

2004

Roger Cicero

Uwe Ochsenknecht und Band

 

2003

Steve Horn

Bill Ramsey

 

2002

Susan Weinert

Siggy Davis Quartett

Pascal von Wroblewsky

Klaus Doldingers Passport

 

2001

Tony Martinez

Cuban Power,

Paul Kuhn Trio

Anke Lautenbach

 

2000

NDR Bigband



Der Verein

Geboren wurde die Idee vom Musik-Forum Halberstadt vor mehr als 20 Jahren. Im Kosmos des Jazz waren die Provinzen der neuen Bundesländer riesige Leerräume. Warum sollte man dann nicht das kulturelle Leben im Bereich der zeitgenössischen Musik versuchen zu bereichern? Doch ehe sich ein kleiner Kreis jazzbegeisterter Musikfreunde zur Vereinsgründung und zur aktiven Mitgliedschaft gefunden hatte, dauerte es noch eine Weile. Immerhin aber konnte bereits im Jahr 2000 die erste Jazznacht mit der NDR-Big-Band über die Bühne gehen. Der nachhaltige Erfolg dieser ersten Session war der Motivationsschub für die Organisation weiterer Jazznächte in den darauffolgenden Jahren. Das Große Haus des Nordharzer Städtebundtheaters in Halberstadt ist unsere feste Spielstätte. Seit Jahren findet die  Jazznacht immer größeren Zuspruch.  


Der Kontakt

Musik-Forum Halberstadt e.V.

Klaus Huch

38820 Halberstadt

Humboldtstraße 29 

Telefon: 03941 449065

Mail: kdhuch@gmx.de

 

 

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Der Veranstaltungsort

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Die Sponsoren

Ohne Sponsoren jazzt es in Halberstadt nicht. Deshalb möchten wir uns ausdrücklich bei den Firmen bedanken, die durch ihre Unterstützung die 22. Jazznacht möglich gemacht haben.  VIELEN DANK!

 

16. April 2022 | 18 Uhr | Nordharzer Städtebundtheater

Eintrittspreis: 34 /38  €  für Erw. und 15 € + VVK für Schüler/Studenten

Kartenvorverkauf: ab sofort

Theaterkasse Halberstadt 03941 696565

Theaterkasse Quedlinburg 03946 962222

Öffnungszeiten: Montag bis Freitag 10 - 17 Uhr / Samstag 10 - 12 Uhr

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